Thomas Haug |
Heikki Huttunen |
Dr. Dr.h.c. Jan Uddenfeldt |
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Thomas Haug
Heikki Huttunen
Dr. Dr.h.c. Jan Uddenfeldt
Curriculum Vitae von Thomas Haug
| 26.4.1927 | geboren in Baerum, Norwegen |
| 1950-53 | Techniche Universität von Norwegen; 191 B.Sc. als Elektroingenieur; später Entwicklungsingenieur mit Lehrauftrag |
| 1954-57 | L.M. Ericsson, Stockholm; Impulstechnik, Mikrowellenverbindungen. |
| 1957-60 | Westinghouse Electric Corporation, USA; Entwicklung und Test von VHF-Radargeräten |
| 1960-66 | Facit Corporation,Stockholm ; Entwicklung und Test von Computerperipherie insbesondere von magnetischen Kernspeichern, Zeilendrucken und Lochstreifenstanzern. |
| 1966-92 | Schwedische Telekom, Stockholm; Arbeiten auf dem Gebiet der drahtlosen Übertragunstechnik |
| 1970-78 | Sekretär des NMT-Komitees. |
| 1973 | M.Sc.(Teknologie Licenciat) am Königlichen Technologieinstitut in Stockholm. |
| 1978-82 | Vorsitzender des Ausschusses für das nordische Mobilfunksystem NMT. |
| 1982-92 | Vorsitzender des CEPT/GSM-Komitees (später ETSI/TC GSM) der europäischen Postverwaltung. |
| 1985-88 | Vorsitzender des CEPT/GSM-Unterausschusses für Sicherheitsfragen; vorbereitende Arbeiten für das sich entwickelnde digitale-analoge Netzwerk und weitere Mitarbeit in zahlreichen nationalen und internationalen Ausschüssen.. |
| 1992- | Berater der Tela AB und anderer Unternehmen im Hinblick auf Einführung von GSM in Entwicklungsländern. |
| Ehrungen | |
| 1987 | Goldmedaille der IVA, der Schwedischen Akademie für Ingenieurwissenschaften, für die Verdienste um das NMT-System. |
| 1993 | Philipp-Reiss-Plakette des deutschen Bundesministerium für Post und Telekommunikation für die Verdienste um die Einführung des GSM-Systems. |
| Publikationen | |
| Autor mehrerer Beiträge über Mobilfunk in technischen Zeitschriften. |
Curriculum Vitae von Heikki Huttunen
| 20.1.1955 | Geboren in Varpaisjärvi, Finnland. |
| 1977 | B.SC. für Informatik an der Universität Raahe, Finnland. |
| 1978 | Eintritt in Salora Ltd. (später Teil von Nokia Mobile Phones) als Produktenentwicler in der Funktelefonabteilung. |
| 1979-81 | Projektmanager für die Entwicklung des ersten Mobiltelefonproduktes für das mit 450MHz operierende Nordische Mobiltelefonsystem, (NMT). |
| 1981-83 | Leiter der Produktenentwicklungsgruppe für Mobira Cityman: handliche, tragbare Geräte für Mobilfunksysteme |
| 1984-89 | Vizepräsident der Abteilung für Forschung und Entwicklung mit Verantwortung für die Entwicklung analoger Mobiltelefone. Forschungsaufgaben in dem Bereich digitaler Mobiltelefonie (GSM). Systeme und Endgeräte. |
| 1990- | Vizepräsident für Forschung und Entwicklung. Strategische Verantwortung für Schutzrechte an geistigem Eigentum sowie Lizenzierung von Patenten. |
| Ehrungen | |
| 1987 | Nokia Corporation Award für Forschung- und Entwicklungsarbeiten. |
Curriculum Vitae von Dr. Dr.h.c. Jan Uddenfeldt
| 3.5.150 | Geboren in Stockholm, Schweden |
| 1973 | M.Sc. in Elektrotechnik, Königl. Technologieinstitut, Stockholm. |
| 1978 | Ph.D. der Telekommunikation, Königl. Technologieinstitut, Stockholm. |
| seit 1978 | Ericsson Radio Systems AB in Stockholm; gegenwärtige Position: Vizepräsident. |
| 1981-87 | Apl. Professor (nebenberuflich) für Telekommunikation am Königl. Technologieinstitut, Stockholm |
| 1983-88 | Ericsson: Durchführung von Versuchen und Erstellung des Pflichtenheftes für GSM. Wichtige Entwicklungen u.a.: das erste Experimentalsystem für digitale Mobilfunk (1983), mehrere Experimentalsysteme für Schmalband-TDMA (195-87) und das erste GSM-System (1990). |
| 1989 | Ericsson: Erstellung des Pflichtenheftes und Vorführung eines digitalen, schmalbandigen Zell-TDMA, von dem ausgehend die US-Norm und später die japanische Norm für digitale Zellulartelefonie entwickelt wurden. |
| 1990 | Vizepräsident für Forschung und Entwicklung bei Ericsson Radio Systems. Weltweit verantwortlich für Forschung und Entwicklung in Bezug auf die Mobilfunkprodukte von Ericsson. Aktivitäten in 20 Ländern; Umsatz 1996: 11 Milliarden US-Dollar |
| Ehrungen | |
| 1989 | Mitglied der Königl. Schwedischen Akademie der Ingernieurwissenschaften (IVA). |
| 1992 | IEEE Corporate Innovation Recognition an Ericsson Radio Systems für wesentliche Beiträge zur Entwicklung und Implementierung von analoger und digitaler Mobilfunktechnologie |
| 1994 | IEEE, Member of its Avant Garde: für wegweisende Arbeiten und laufende Beiträge zur Förderung neuer Technologie auf dem Gebiet der Fahrzeugkommunikation und Elektronik. |
| Publikationen | |
| Mehr Als 25 Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften und bei Konferenzen zu den Themen Sprachkodierung, Modulation, Entzerrung. | |
| Patente | |
| Über 20 eigenständige Patente im Bereich der mobilen digitalen Kommunikation |
Das digitale Mobiltelefonsystem (GSM)
Moderne digitale Zellulartelefonsysteme gehören zu den innovativsten und erfolgreichsten Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Telekommunikation, die in den vergangenen zehn Jahren eingeführt würden. Während der eigentlichen Entwicklungsjahre war GSM eine rein europäische Pionierarbeit, jedoch haben die daraus resultierenden Geräte und Systeme längst einen weltweiten Siegeszug angetreten. Mittlerweile ist die Zahl der jährlich produzierten Handys in der Welt größer als die Zahl der Autos. Ins besondere in der industrialisierten Ländern hat ihr Einsatz explosionsartig zugenommen. Im Oktober 1996 lag die Marktdurchdringung der Mobiltelefone (analog und digital) in Bezug auf die Zahl der Einwohner in Schweden und Finnland bei 27,7 %, in Deutschland -bei erheblich größerer Bevölkerung- bereits 6%; 1994 waren es erst 0,2%.
Der Anteil der digitalen Mobiltelefone nach dem GSM-Standard beträgt etwa 60%, mit stark steigendem Volumen,. Die meisten Vorhersagen gehen davon aus, daß im Jahr 2003 die Zahl der Mobiletelefone diejenige der Leitungsgebundenen Telefone in Skandinavien übersteigen wird. Dazu sollte man wissen, daß dort schon heute die Zahl der Leitungsgebundenen Telefone pro 100 Einwohner die höchste der Welt ist und schon langem in Städten wie Stockholm die 100-Prozent-Marke überschritten hat.
Wie es zum digitalen Mobiltelefon kam
Der eigentliche Anstoß zu Entwicklung kam in den frühen 80er Jahren. Damals
setzte sich die Erkenntnis durch, daß mit ein analogen Mobilfunktechnik ein weiteres
Wachstum über kurz oder lang wegen der begrenzten Verfügbarkeit von Sendefrequenzen
nicht mehr möglich sein würde. Die ersten Versuche Digitaletechnik nuten das
Modulationsverfahren FHDMA (Frequenzvielfachverfahren, Ericsson und Telia,1983-84), fast
parallel aber auch Breitband-TDMA (Zeitvielfachverfahren, SEL, 1983-84) und anschließend
dann das heute übliche Schmalband-TDMA (Zeitvielfachverfahren, Ericsson, Telia, Nokia und
Radiolinja, 1984-85).
Die Diskussion um die Technologie
Im Februar 1985 fand eine erste Konferenz zum Thema "Digitale Land Moble Radio
communication" (DMR) in Espoo, Finnland, statt. In Jahresabstand folgten weitere
Konferenzen zu dem Thema. Ursprünglich waren diese Konferenzen stark durch Betreiber der
Kommunikationsnetzt geprägt, von 1986 an traten dann drei Unternehmen in der Vordergrund:
die schwedische L.M. Ericsson, die finnische Nokia Oy und die französische LCT
(Labooratoire Centrale de Télécommunication). Von Jahr zu Jahr konnte man auf den
Konferenzen die rasche Fortschritte der technischen Grundlagen für das neue System
verfolgen:
Die Standardisierungs- und Testphase.
Betrachtet man die Basisverfahren der beiden konkurrierenden Systeme, dann
stößt man auf folgenden grundsätzliche Unterschiede:
All diese Themen wurden in den Feldversuchen des CNET zwischen Oktober 1986 und Januar 1987 untersucht. Die besten Eigenschaften in der Kombination zeigte schließlich das Schmalband-TDMA, das ursprünglich und unabhängig voneinander von Ericsson und Nokia vorgeschlagen worden war. Der dynamischen Kanalentzerrung kam dabei besondere Bedeutung zu, da man mit ihr die Probleme der Mehrwegeausbreitung und andere Modulationsverzerrungen in den Griff bekam. Die Grundsatzarbeiten hierzu wurden vom LCT (das später von Matra übernommen wurde) geleistet. Hier ist namentlich vor allem Jean-Louis Dornstetter und sein Team zu nennen, die wesentliche Teile der Feldversuche gelesteit haben und deren Ergebnisse in die Systemspezifikationen eingingen. Nachdem die notwendigen Normungen innerhalb der ETSI (Europäisches Standardisierungsgremium für Telekommunikation) festgelegt wurden, konnte das GSM-System 1990 als europäische Standard aus der Taufe gehoben werden.
Kommerzieller Einsatz
Im Juni 1990 wurden die ersten "offiziellen" Telefongespräche über
ein digitalen GSM-System in Helsinki geführt. Das Netz dafür würde von Radiolinja mit
Nokia-System bereitgestellt, die Handys kamen von Nokia. Im August 1990 folgten ähnliche
Versuche in Stockholm. Hier gehörte das Netz der Telia (mit Geräten von Ericsson). Und
im Herbst 1990 schließlich ging ein Mannesmann D2_Netz mit Geräten von Ericsson in
Betrieb. Alle diese Netze waren zwischen 1991 und 1993 uneingeschränkt in Nutzung.
Die Erfinder des GSM-Systems
Es ist völlig unmöglich, eine Einzelperson oder Gruppe als Erfinder des
digitalen Mobilfunksystem GSM herauszuheben; das geht schon deshalb nicht, weil eine
Vielzahl ganz unterschiedliche Ideen und Erfindungen für die Realisierung des Systems
benötigt wurde. Es war ein hartes Ringen um ein großes gemeinsames Ziel, an welchem sich
größere Arbeitsteams der verschiedensten Wettbewerber auf der Markt beteiligten. Ob
Hersteller von Geräten und Systemen, ob Netzbetreiber, sie blieben ja voll im
wechselseitigen Wettbewerb, zogen aber trotzdem einen neuen Standard durch, der sich nun
am Markt behauptet.
Such man nach den Vätern der ersten Stunde, geht man also auf die technischen Prinzipien zurück, dann haben hier Ericsson und Nokia die grundlegenden Arbeiten geleistet: Ericsson im Schwerpunkt an der Infrastruktur und Schmalband-TDMA, aber auch an den Handys, Nokia an der Handys, aber auch an der Infrastruktur. Schwedische Telecom hat mehr als andere von Anfang an dazu beigetragen, Standardisierung des GSM-Systems dann auch in Europa auf die Schiene zu bringen.
Die Eduard-Rhein-Stiftung hat sich entschieden, ihren diesjährigen Technologiepreis drei Schlüsselpersonen zu gleichen Teilen zuzuerkennen, die unter den ober genannten Prämissen zu der heutigen Bedeutung des GSM-Systems beigetragen haben:
Jan Uddenfeldt von L.M. Ericsson
Heikki Huttunen von Nokia Mobil Phone Oy
Thomas Haug von CNET/ETSI.
Prof. Dr. Dr.h.c. Matti Otala, Technische Universität Tampere
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Institut für Physik der Universität Koblenz